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Datenjournalismus macht abstraktes Zahlenmaterial verständlich

Dem sogenannten “Datenjournalismus” scheint in diesem Jahr endgültig der Durchbruch als großer Trend im Online-Journalismus zu gelingen. Das vollzieht sich wesentlich leiser als bei den Vorläufern Twitter und Facebook.

Offenbar hängt dies damit zusammen, dass sich bislang nur sehr wenige deutsche Nachrichtensites in diesem zeitintensiven Geschäft engagieren. Soziale Medien erscheinen da im Vergleich schnell und billig.

Nichtsdestotrotz: Behörden und Organisation veröffentlichen auf ihren Websites zahlreiche Daten, Erhebungen und Statistiken. Internetnutzer scheren sich nicht darum. Journalisten schon eher. Doch meist bleibt es dabei, bestimmte Kennzahlen nachzuschlagen.

Um die gesamten Daten für eine Story aufzubereiten, bietet der Datenjournalismus dagegen eine tolle Möglichkeit. Denn in vielen Datensätzen liegen offensichtlich interessante Fakten und Zusammenhänge verborgen.

Einige Beispiele:

Parteispenden über 50.000 Euro (Gregor Aisch)

Tolle Grafik von Gregor Aisch, der die Spenden an die politischen Parteien visualisiert hat. Einfach und verständlich. Natürlich wären weitere Informationen zu den Spendern interessant gewesen.

Todesopfer rechter Gewalt 1990 – 2010 (Zeit)

Diese interaktive Karte zeigt die Todesopfer von rechter Gewalt in Deutschland. Weitere Informationen gibt es auch: hier.

The World’s Best Countries (Newsweek)

Herausragend! Eine Rangliste, die alle Länder auf der Erde im Vergleich zueinander darstellt. Ich habe selten so viel Zeit mit einer Infografik verbracht.

Immigration Explorer (New York Times)

Eine interaktive Karte, die die Einwanderung in den USA thematisiert. Auf den ersten Blick kleinteilig, doch die Navigation und Funktionsweise erschließen sich schnell. Dann wird es interessant, beispielsweise welche Bevölkerungsgruppe sich wo und wann in den USA angesiedelt hat.

The Jobless Rate for People Like You (New York Times)

… zeigt die Arbeitslosenrate in den USA aufgegliedert nach mehreren Faktoren. Über diese Infografik findet der User einen einfachen und spielerischen Zugang zum Thema.

Budget Forecasts, Compared With Reality (New York Times)

Die Grafik stellt die vergangenen Haushaltsentwürfe und Etatvorhersagen in den USA dar. Sehr interessant ist die Infografik, weil sie eindringlich zeigt, wie regelmäßig die positiven Etatvorhersagen der Regierungen in den vergangenen Jahren von der Realität abgewichen sind. Abstraktes Zahlenmaterial wird so nachvollziehbar, neue Zusammenhänge werden allein durch die Visualisierung verständlich.

1 Kommentar zu “Datenjournalismus macht abstraktes Zahlenmaterial verständlich”

  1. #1 Fabian Schweyher
    am 17. Jan 2011 um 10:57

    Ganz aktuell ein weiteres Beispiel aus Deutschland: Die Taz hat eine Fluglärm-Karte erstellt. Zu finden hier: KLICK

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