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Vergleich: Ein Thema umgesetzt mit Audio-Slideshow und Video

Wie geht es weiter mit der Audio Slideshow? Wird sie gegen das Video bestehen können? Zwei Fragen, die seit einem Beitrag von Fabian Mohr im Web diskutiert werden.

Ich habe geantwortet, dass das Format eine Nische besetzt und ideal sein kann für die Darstellungsformen Reportage und Porträt. Dabei setze ich voraus, dass die Arbeit hochqualitativ ist. Denn die Aufmerksamkeit der User ist schnell verloren. Auch sollte sich das Format weiterentwickeln, etwa mit Videosequenzen verschmelzen, weil es relativ starr ist.

Den direkten Vergleich, wie unterschiedlich Audio Slideshow und Video wirken können, lässt sich gut auf Spiegel Online sehen: eine Ton-Bild-Strecke (Anmerkung: von mir) und ein Video, die sich unabhängig voneinander mit dem früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen befassen.

Über meine Arbeit möchte ich mich nicht auslassen. Das sollen andere tun.

Das Video allerdings nervt mit hektischen Zooms und Schwenks. Atmosphäre transportiert es keine. Auch Emotionen lässt es nicht zu. Der Inhalt fließt an einem vorbei.

Natürlich kann man einwenden, dass es schlecht gemacht sei. Aber das Grundproblem bleibt: Viele Videos leben von der Dynamik. Die verträgt sich allerdings oft nicht mit ruhigen und emotionalen  Themen. Ein Grund von mehreren, warum Audio Slideshows eine Existenzberechtigung haben.

2 Kommentare zu “Vergleich: Ein Thema umgesetzt mit Audio-Slideshow und Video”

  1. #1 Joachim
    am 18. Jan 2010 um 12:11

    Es ist richtig, Atmosphäre und Emotionen kann die Slideshow besser transportieren. Dem Video geht es aber um etwas anderes: Es will eine Geschichte erzählen. Und das gelingt ihm ganz gut, indem es uns vom Protagonisten durch den Ort des Geschehens führen lässt.

    Die Slideshow ist sehr gut gemacht und bringt in der Tat mehr von der Beklommenheit des Protagonisten rüber. Sie zeigt aber zugleich, wie schwierig es ist, eine solche Erzählung zu bebildern. Die Bilder bieten Assoziationen an, erzählen aber zugleich ihre eigene Geschichte. Für mich war der Film „einfacher“ zu rezipieren, und die eine oder andere Sequenz hätte als Video-Einsprengsel sehr gut funktioniert.

    Ich glaube, am stärksten ist das Format Slideshows Audio-Slideshow dort, wo die Ästhetik der Fotografie im Vordergrund steht und die Narration in Stil und Aussage damit hundertprozentig korresponieren. Ein Beispiel dafür ist für mich „Waiting for death“:
    http://www.latimes.com/news/local/ed_shneidmanff_ss,0,3414993.htmlstory

    Grundsätzlich glaube ich aber, dass der Vergleich zwischen beiden Formaten nicht wirklich notwendig ist. Audio-Slideshows werden von Menschen goutiert, die ein Faible fürs fotografische Bild haben. Die schauen sich dann lieber die Slideshow zum Thema an als das Video. Das oft vorgebrachte Argument, ein Video könne dasselbe erreichen, stimmt meiner Ansicht nach nicht, weil filmen eben nicht fotografieren ist.

  2. #2 Fabian Schweyher
    am 19. Jan 2010 um 20:00

    Hi Joachim, danke für den Kommentar.

    Ich denke auch, dass es eigentlich nicht nötig ist, Audio Slideshow und Video zu vergleichen. Jedes von ihnen hat Stärken und Schwächen. Auch die von Dir genannten unterschiedlichen Faibles spielen eine Rolle.

    In der Praxis steht die Frage trotzdem im Mittelpunkt: Welches Medium kann was? Welches ist sozusagen das bessere? Für welches fällt die Entscheidung?

    Die Antwort auf die beiden letzten Fragen lautet wohl meistens: Video. Damit entsteht gleichzeitig die Gefahr, dass das Format Audio Slideshow keinerlei Rolle mehr spielt. Deswegen halte ich einen Vergleich für sinnvoll.

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