
Bild: Screenshot (8.2.2009), Tagesschau.de
Mit einem aufwändigen Entwurf hat sich die ARD der multimedialen Zukunft ihrer Nachrichtensendung angenommen. Tagesthemen interaktiv schimpft sich das Experiment.
Dabei sehen die User die Sendung, die auf den ersten Blick sehr gewohnt daherkommt - abgesehen von den auffälligen, eingeblendeten Buttons. Mit ihnen lässt sich dann zwischen den Beiträgen wechseln, genauso wie zu weiterführenden Inhalten (etwa Filmbeiträge, interaktive Infografiken).
Und das ist das Problem: Die interaktiven Tagesthemen versuchen den Spagat zwischen Lean-Back- (herkömmliches TV) und Lean-Forward-Inhalten (Internet) - und schaffen ihn nicht. Genauso problematisch, wie so oft bei solchen Angeboten, ist die unübersichtliche Navigation.
Abgesehen von diesen Kinderkrankheiten handelt es sich um einen engagierten, ja beinahe mutigen Entwurf, der auf die Entwicklung der nächsten Jahre blicken lassen könnte.




am 12. Feb 2009 um 07:34
Eigentlich gibt es 2 gravierende Probleme bei der Interaktivität :
1) Der oft kritisierte Punkt, dass für jeden Versuch Millionenbeträge verpulvert werden, ohne eine wirkliche Kosten-Nutzen Rechnung vorliegen zu haben.
2) Die Wünsche der Zielgruppen überhaupt nicht erkannt werden. Nur als Beispiel würde ich mir z.B. wünschen bei einigen Themen nicht nur 20 Sekungen informiert zu werden, sondern tiefer in das Thema vorzudringen. Also ein “mehr” Button der betätigt werden kann um die Nachricht und deren Inhalt auf 10 Minuten auszubauen.
Das ist mein Wunsch, aber selbst wenn dieser umgesetzt wird, deckt er sich mit den Wünschen anderer Zuschauer ?
Zuletzt mag der Konsument von Nachrichten nicht zu “weiteren” Inhalten geführt werden die manuell einzeln aufrufbar sind - das kann man auch im Netz bekommen. Beim Fernsehen geht es ums zurücklehnen und konsumieren - also fertige Beiträge bei denen kaum Aktivität abverlangt wird.