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Schongau 1970:
Als ein Verbrechen die Kleinstadt erschütterte

galgenbichl
Bild: Screenshot (20.1.2009), Münchner Merkur Online

Wo heute Spaziergänger und Wanderer den Ausblick auf die oberbayerische Stadt Schongau genießen, hat sich im Jahr 1970 ein grausames Verbrechen abgespielt. In einer Baracke auf der Anhöhe brachte ein ukrainisches Ehepaar mit alten Wehrmachtswaffen zuerst vier Mitbewohner um und tötete sich anschließend selbst. Über diesen damals aufsehenerregenden Fall hat Franz Rohleder vom Münchner Merkur eine Audio Slideshow produziert. Er hat mich gebeten, seine Strecke zu analysieren.

+ Die Dramaturgie hält ihre Spannung im Verlauf der Strecke, immerhin mehr als drei Minuten lang. Die Aufmerksamkeit flacht nicht ab.

+ Die User werden zusätzlich vom Ken-Burns-Effekt (Kamerafahrten auf den Bildern) gefesselt.

+ Mehrere Komponenten und Zeitebenen: Zu sehen sind aktuelle Fotos vom Ort des Verbrechens, der Umgebung und des Friedhofs, dazu viele historische Aufnahmen. Franz Rohleder spricht die Strecke selbst und bindet einen O-Ton ein.

+ Bild und Ton sind gut aufeinander abgestimmt.

– Allerdings wäre es schön gewesen, wenn wichtige Fotos und Ton-Passagen stärker betont worden wären.

+/- Die Strecke ist sehr nachrichtlich gehalten. Szenische Elemente in der Story und in Form von Geräuschen und Musik hätten emotionaler gewirkt.

+/- Der Journalist spricht die Audio Slideshow selbst und macht dies gut. Ein professioneller Sprecher wäre noch besser gewesen.

– Ton: Abgesehen von leichtem Hintergrundrauschen/-dröhnen sind die verschiedenen Elemente unterschiedlich laut ausgepegelt.

Der Münchner Merkur hat für die Berichterstattung einen crossmedialen Ansatz gewählt. So erschien in der Schongauer Ausgabe der Tageszeitung eine Sonderseite. Im Internet gab es dann die Audio Slideshow zu sehen, genauso wie die digitalisierten Originalseiten von 1970.

Link zum Videportal des Münchner Merkur – leider funktioniert der direkte Link nicht, bitte in der Suche „Galgenbichl“ eingeben.

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