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FAZ.net legt nach

ruhtberg
Bild: Screenshot (17.5.2008), FAZ.net

Zwei neue Audio-Bildergalerien finden sich seit kurzem im Angebot von FAZ.net. Die Redaktion kennzeichnet selbst produzierte Strecken inzwischen mit einem eigenen Logo und einer einheitlichen Typografie.

Still ruht der Berg handelt vom Bergbau im Saarland, der nach einem Erdbeben eingestellt worden ist. Die Strecke zeigt vier kurze Porträts, die jeweils für ein Kapitel stehen. Die User können sie einzeln ansehen oder als Gesamtstrecke, in der jedes Kapitel nacheinander abgespielt wird.

Die in Graustufen gehaltenen Bilder passen gut zur Stimmung der Kumpel und ihrer schmutzigen Arbeitswelt. Den Strecken hätte es nicht geschadet, wenn mehr Bilder der Porträtierten gezeigt worden wären. Mehrheitlich sind Bergbaubilder zu sehen, weswegen ein bisschen der Bezug zu den sprechenden Menschen fehlt.

Schön, dass mit einer Ehefrau eines Kumpels auch eine andere Perspektive geboten wird. Die Spieldauer ist lang und gleichzeitig kurz genug. Ein kleiner hintergründiger Info-Artikel über den Bergbau im Saarland mit Zahlen und Fakten hätte nicht geschadet.

Visuelle Langeweile

An der Buchhaltestelle beschreibt einen Büchereibus, der in den ländlichen Gegenden unterwegs ist. Die Audio-Bildergalerie greift ein interessantes Thema auf, das allerdings wesentlich mehr Potential bietet.

Die Strecke leidet an fehlender visueller Abwechslung. Die Bilder ähneln sich, die Perspektiven sind häufig gleich. Detailaufnahmen? Mangelware.

Auch hier erfährt der User Informationen über den Ton, die letztendlich nicht zu sehen sind. Bild und Audio könnten enger verzahnt sein, damit die Strecke wirken kann.

Hörbar: Der Ton wurde im Freien aufgezeichnet. Wind und Autogeräusche stören doch etwas.

Eine gute Einsatzmöglichkeit für Bewegtbild (bzw. eine Abfolge schnell hintereinander geschossener Aufnahmen) bietet sich, als die Bibliothekarin davon spricht, wie sie mit dem Bus in die Gemeinden fährt. Der User kann vor dem inneren Auge den Bus fast schon fahren sehen. Die Strecke bietet ihm allerdings nur ein statische Bilder.

4 Kommentare zu “FAZ.net legt nach”

  1. #1 Sven
    am 11. Jun 2008 um 16:10

    Hey Fabian. Langsam scheint auch die Süddeutsche auf den slideshow-zug aufspringen zu wollen. Habe in den letzten zwei Wochen zwei Slideshows entdeckt. Eine über 60 Jahre Israel: http://www.sueddeutsche.de/app/politik/israel/
    und eine über Rockstarfotos: http://www.sueddeutsche.de/app/kultur/sliderrockstars/
    Meiner Meinung kein ganz schlechter Anfang, wenn sie auch noch nicht eine einheitliche Bildsprache und CI wie faz.net gefunden haben. Was hältst du als Profi davon? würde mich über einen blogeintrag zum thema freuen.
    viele grüße,
    ein regelmäßiger leser

  2. #2 Bjoern
    am 12. Jun 2008 um 12:34

    Also die Freiluft-Aufnahmen bei der Busgeschichte stören mich nicht. Wenn schlechter sound originaler wirkt, bin ich dafür. Studio-Nachvertonung klingt imho oft steril.
    Insgesamt finde ich die FAZ-Dinger recht gelungen.
    Gruß + interessante links

  3. #3 Fabian Schweyher
    am 15. Jul 2008 um 23:15

    Hallo Björn, hallo Sven,
    danke für Eure Kommentare.

    @Björn: Stimmt. Nachvertonungen im Studio klingen oft steril, was mitunter auch an der Qualität der Sprecher liegen kann. Ich habe nichts gegen Aufnahme vor Ort, allerdings sollte schon zu erkennen sein, ob es sich um eine Sprach- oder Geräuschaufnahme handelt ;) @Sven: Danke für den Tipp. Sorry, dass ich so lange nicht reagiert habe. Ich werde mir in den nächsten Tagen die Strecken anschauen.

  4. #4 Benjamin Denes
    am 31. Jul 2008 um 23:21

    Zum Thema Soundslides auf faz.net würde mich die kompetente Meinung des Blogautors zum Fotofilm (mein Name für dieses Medium) interessieren, den ich zusammen mit zwei Kollegen produziert habe: http://www.faz.net/s/Rub867BF88948594D80AD8AB4E72C5626ED/Doc~E97F4BD0308E74750AC486518CC10CC31~ATpl~Ecommon~SMed.html

    Das Besondere an unserem Beitrag dürfte sein, dass erstmals zwei Hörfunk-Macher mit einem Fotografen zusammengearbeitet haben. Die Original-Variante haben wir für die Webseite eines ARD-Senders mit gemapflichtiger Musik erstellt. Für die FAZ haben wir es nochmals umproduziert.

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