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Vergleich: Ein Thema umgesetzt mit Audio-Slideshow und Video

Wie geht es weiter mit der Audio Slideshow? Wird sie gegen das Video bestehen können? Zwei Fragen, die seit einem Beitrag von Fabian Mohr im Web diskutiert werden.

Ich habe geantwortet, dass das Format eine Nische besetzt und ideal sein kann für die Darstellungsformen Reportage und Porträt. Dabei setze ich voraus, dass die Arbeit hochqualitativ ist. Denn die Aufmerksamkeit der User ist schnell verloren. Auch sollte sich das Format weiterentwickeln, etwa mit Videosequenzen verschmelzen, weil es relativ starr ist.

Den direkten Vergleich, wie unterschiedlich Audio Slideshow und Video wirken können, lässt sich gut auf Spiegel Online sehen: eine Ton-Bild-Strecke (Anmerkung: von mir) und ein Video, die sich unabhängig voneinander mit dem früheren Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen befassen.

Über meine Arbeit möchte ich mich nicht auslassen. Das sollen andere tun.

Das Video allerdings nervt mit hektischen Zooms und Schwenks. Atmosphäre transportiert es keine. Auch Emotionen lässt es nicht zu. Der Inhalt fließt an einem vorbei.

Natürlich kann man einwenden, dass es schlecht gemacht sei. Aber das Grundproblem bleibt: Viele Videos leben von der Dynamik. Die verträgt sich allerdings oft nicht mit ruhigen und emotionalen  Themen. Ein Grund von mehreren, warum Audio Slideshows eine Existenzberechtigung haben.

Das Ende der Audio Slideshow? Eine Linksammlung

Fabian Mohr sieht in seinem Blog die Audio Slideshow als Verlierer im Rennen gegen das Videoformat - und löst ein ansehnliches Echo an Reaktionen aus. Eine chronologische Zusammenfassung und Auswahl:

Es sind nicht viele Reaktionen, doch die Zahl überrascht trotzdem etwas - egal, welche Meinung darin vertreten wird. Im Vergleich zu vor drei Jahren sind wesentlich mehr Multimedia-Menschen auf die Online-Bühne getreten. Das Format Audio Slideshow scheint also doch an Sympathien gewonnen zu haben oder ist zumindest bekannter geworden.

Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen in den vergangenen Monaten, in denen ich immer mehr Anfragen erhalten habe. Da scheint sich was zu tun. Auch der Reporterpreis für Matthias Eberl ist ein Zeugnis dafür, dass die User den Audio Slideshows durchaus etwas abgewinnen können.

Falls ich einen Link vergessen haben sollte, bitte schicken. Danke.

Unterwegs rund um Augsburg

Ausflug um Augsburg from Fabian Schweyher on Vimeo.

Das Rennen der Audio Slideshow gegen sich selbst

Das Rennen zwischen Video und Audio-Slideshow ist gelaufen, schreibt Fabian Mohr in seinem Blog. Gewonnen hat ihm zufolge das Bewegtbild. Doch: War es jemals ein Wettstreit? Nein, das war es nie.

Das Missverständnis liegt in der Annahme, dass Audio Slideshows eine gleichwertige Alternative zu Videos darstellen. Denn Ton-Bild-Strecken bieten sich nur für ganz bestimmte journalistische Darstellungsformen an. Das lässt sich mit einem Blick auf Websites in den USA erkennen. Eingesetzt werden sie dort fast nur für Reportagen und Porträts – spricht: für Nischen. Für die sind Audio Slideshows hervorragend und können eine stärkere Wirkung als Videos entfalten. Deswegen gehört das Format in den multimedialen Werkzeugkoffer jeder Redaktion.

Doch wer sich in den Redaktionsstuben umhört, erkennt das Dilemma, in der die Audio Slideshow gefangen ist: Videos dominieren die Websites. Nur wenige Online-Redakteure interessieren sich für die vertonten Fotofilme, geschweige wollen Geld dafür ausgeben. Und wenn eine Audio Slideshow doch einmal eine Chance auf der Website erhält, dann überzeugt sie oft nicht.

Ein Problem nennt sich Soundslides. Ruhmreich in der Vergangenheit, ein Bremsklotz in der Gegenwart. Das Programm von Joe Weiss eignet sich für Journalisten und Fotografen, die erste multimediale Schritte gehen wollen. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn letztendlich lernt man Storys mit Bildern und Ton zu erzählen - also genau das, was Video schon immer macht. Die ersten Resultate mit Soundslides spornen an, hat sich die erste Aufregung dann gelegt, erweist sich die Software voller Barrieren, die die Kreativität hemmen und die Story auf die immer gleichen ausgetretenen Erzählpfade lenken. Gerade die starre Tonspur führt dazu, dass das Gros der Soundslides-Arbeiten sich ähnelt. Ton- und Bildspur wirken immer etwas entfremdet.

Dieses gewaltige Manko paart sich mit einem zweiten Problem: Audio Slideshows müssen sich dem User viel mehr beweisen als Videos, denen Schwächen eher verziehen werden. Audio Slideshows müssen aus diesem Grund viel hochwertiger produziert werden. Das ist selten und aufwendig, aber möglich – auch mit dem beschränkten Soundslides. Eindrucksvoll zeigt das etwa das viel beschworene One in 8 Million der NY Times. Für solche Ergebnisse sind allerdings Spezialisten nötig, denen von den Redaktionen auch entsprechend Zeit eingeräumt wird.

Um das Format der Audio Slideshow allgemein qualitativ voranzubringen, bedarf es den alten Gaul Soundslides zurücklassen und auf moderne Videoschnittsoftware umzusatteln. So lässt sich kreativer arbeiten, Ton und Bild enger verzahnen und auch Videosequenzen lassen sich verwenden. Aus gutem Grund verwendet die so häufig erwähnte Firma Mediastorm diese Art von Software.

Die Audio Slideshow ist ein überaus starkes Darstellungsmittel für Reportage und Porträt. Für andere Darstellungsformen eignet sich Video besser. In ihrer Nische überzeugen Ton-Bild-Strecken aber langfristig nur dann, wenn sie hochqualitativ, kreativ sowie inhaltlich und technisch abwechslungsreich produziert sind. Wenn sie das nicht schaffen, verlieren sie das Rennen gegen sich selbst.

Multimedia-Dossier:
Mario Röllig im Stasi-Gefängnis

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Nach mehreren Wochen Arbeit ist mein neuestes Multimedia-Projekt endlich fertig: Eingesperrt! Mario Röllig im Stasi-Gefängnis.

Dabei handelt es sich um ein Dossier über einen ehemaligen Häftling, der 1987 nach einem Fluchtversuch im Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen eingesperrt war. Vorausgegangen war seine Beziehung mit einem westdeutschen Politiker, den er für die Stasi nicht ausspionieren wollte.

Bis heute verfolgen Mario Röllig die Erlebnisse während der Haft. Inzwischen führt er Besucher durch das ehemalige Gefängnis und setzt sich künstlerisch mit seiner Vergangenheit auseinander.

Das Online-Dossier besteht aus Audio Slideshow (2007 veröffentlicht, komplett überarbeitet), Artikel, Infografik und Bildergalerie.

Siehe auch: alter Blog-Post

Video: Ruheraum für die Sinne

Mitten in Augsburg, wenige Minuten vom belebten Stadtzentrum entfernt, verbirgt sich eine wenig beachtete Welt aus Natur, Industrie und Wasserkanälen. Wer aufmerksam ist, findet dort einen Ruheraum für die Sinne.

Ein Ausflug und gleichzeitig ein erster Test für meine neue Kamera.

Ruheraum für die Sinne from Fabian Schweyher on Vimeo.