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Die letzte Reise vom Blog zum Archiv

Aus und vorbei! Bitte zurücktreten! Auf dieser Website geschieht nichts mehr.

Um ehrlich zu sein: Das Ende kam schleichend. Zunächst wurden die Postings immer seltener, bis sie schließlich ganz versiegten. So stammt der letzte Beitrag auch aus April 2011.

Ich dachte allerdings immer, dass die Website eine Perspektive hätte. Irgendwann, irgendwann in der Zukunft. Doch jetzt ist auch diese Zuversicht gestorben.

Ob die Site eines Tages wieder zu Leben erwacht, ist daher mehr als fraglich. Eines bietet sie jedoch weiterhin: Menschen, die am Format Audio Slideshow interessiert sind, können sich auch in Zukunft anhand der vergangenen Beiträgen informieren. So gesehen lebt das Blog, zumindest in seiner Vergangenheit.

Adieu, Soundphotographer! August 2007 – Februar 2014.

Drei “One in 8 Million”-Ableger starten in Berlin

Innerhalb von einer Woche haben gleich drei Berliner Nachrichtenwebsites unabhängig voneinander eigene Multimedia-Serien gestartet, in denen die Bewohner Berlins in Form von Audio Slideshows porträtiert werden.

Den Anfang machte der Tagesspiegel mit Nahaufnahme Berlin, dann folgten die Berlinfolgen der taz und schließlich die Berliner Morgenpost mit Ich bin ein Berliner. Für alle drei Projekte diente offenbar 1 in 8 Million der New York Times aus dem Jahr 2009 als Vorbild, zumindest Tagesspiegel und Morgenpost beziehen sich darauf. Genauso wie bei der berühmten Vorlage sollen nun regelmäßig neue Porträts von Berlinern hinzukommen.

Die Nahaufnahme Berlin von David Ensikat und Mike Wolff startet mit vier Audio Slideshows, 20 weitere Folgen sind laut Werben und Verkaufen fertig produziert. Mit der Mini-Serie wolle Tagesspiegel Online testen, ob die Nutzer das aufwendig zu produzierende Format Audio Slideshow annehmen oder nicht. Nach Angaben des Magazins sucht die Redaktion zurzeit einen Sponsor für das Projekt, denn von Finanzierung und Erfolg hängt es ab, ob die Nahaufnahme eine Zukunft hat.

Ebenfalls mit zunächst vier Folgen warten die Berlinfolgen der taz auf, die die Produktionsfirma 2470Media produziert. Die Serie umfasst laut einem entzückten Tweet des Medium Magazins beträchtliche 52 Folgen. In welchem Rhythmus die veröffentlicht werden sollen, ist nicht bekannt. Bei den Berlinfolgen handelt es sich um sogenannte Videoslides, die Fotos und Bewegtbild-Sequenzen in einem Video kombinieren.

Wer auf die Website der Morgenpost surft und Ich bin ein Berliner (IBEB) anklickt, bekommt zu Beginn vier Folgen zu sehen. Jede Woche soll ab sofort eine neue Audio Slideshow hinzukommen, während in der Print-Ausgabe der Berliner Morgenpost jeweils das Porträt zu lesen ist. Laut Redaktionsleiter Dirk Nolde handelt es sich bei der Multimedia-Serie um keinen Test wie beim Tagesspiegel. IBEB soll bis auf weiteres fortgesetzt werden. Einen Endtermin gebe es nicht. Unabhängig davon ist die Nähe des Projekts zu 1 in 8 Million auffällig. Selbst das Design der IBEB-Seite ist an die Vorlage aus New York City angelehnt.

Aktualisiert: 19.4.2011

Zwei Beispiele für 360-Grad-Videos

Panorama-Bilder müssen nicht zwangsläufig aus statischen Fotos bestehen. Inzwischen gibt es sie auch in bewegter Form, aufgenommen von Videokameras. Dabei kann der User während des Films die Perspektive frei wählen, als würde er sich mit eigenen Augen umschauen. Zwei Beispiele:

Haiti: 360° (CNN)

Umstrittenes Projekt von CNN zur Erdbebenkatastrophe in Haiti, in dem der User die Zerstörungen mehr oder weniger gut sehen kann. Man befindet sich auf dem Dach eines Auto, das über eine Straße rast, während sich die Sicht um 360 Grad drehen lässt. Obwohl technisch interessant, ist das Projekt eher eine Spielerei, weil es offensichtlich keinerlei journalistischen Mehrwert besitzt. Dagegen lässt sich beobachten, wie die CNN-Leute und ihr Fahrer rüpelhaft über die Straße brettern.

Heli Hallelujah! Nimmo Bay (360° Videoblog)

Auch dieser Panorama-Film funktioniert nach dem oben beschriebenen Prinzip. Nur dieses Mal sitzen die Videokameras unterhalb eines fliegenden Hubschraubers. Zu sehen gibt es von dort eine ansehnliche Landschaft aus Bergen und Wasser.

Ich gehe davon aus, dass Panorama-Videos mittelfristig die Foto-Variante ablöst. Irgendwann ist es dann vielleicht möglich, dass der Nutzer selbst den Ort bestimmen kann, von dem er die Handlung verfolgen möchte – wie in einem 3D-Shooter.

6 Beispiele für Foto-Journalismus im Web

Auch wenn er bislang sehr textlastig daherkommt, so bietet der Online-Journalismus doch Raum für visuelle Darstellungsformen. Häufige Vertreter sind dabei meistens Fotos, die Texte schmücken müssen. Doch es gibt auch Online-Projekte, die sich ganz der Fotografie widmen. Sechs Multimedia-Beispiele:

The Big Picture (Boston Globe)

Dieser Foto-Blog ist mit seinen großen, eindrücklichen und hochwertigen Fotos oft herausragend. Kurioserweise lassen sich Fotos, die in Deutschland aufgenommen wurde, regelmäßig an den Lichtverhältnissen oder an der Natur erkennen.

Days with my father (Phillip Toledano)

Ein Sohn hat seinen Vater, der an Alzheimer leidet, auf seiner letzten Lebensabschnitt begleitet. Dabei hat er die Etappen der schleichenden Krankheit in Fotos festgehalten. Ein einfühlsames Stück in schlichtem Design. Die Navigation ist – wie leider oft bei Multimedia-Produktionen – gewöhnungsbedürftig.

Before I die I want to … (Polaroid Project)

Polaroid-Kameras sind aus dem Alltag weitgehend verschwunden, doch für dieses Projekt kam die alte Technik wieder zum Einsatz. Zu sehen sind Porträt-Fotos, unter die der jeweils abgelichtete Mensch geschrieben hat, was er/sie vor dem eigenen Tod noch machen will. An dem Beispiel lässt sich sehr gut sehen, wie stark Porträt-Fotos gepaart mit persönlichen Informationen wirken.

Ian Fisher: American Soldier (Denver Post)

Dreiteiliges Foto-Projekt, in dessen Mittelpunkt ein junger US-Soldat steht, der in den Krieg zieht.

Vom Salzbergwerk zum Atommülllager (Zeit)

Zum Bereich Fotografie gehören auch Panoramabilder. Zeit Online hat in diesem Beispiel das Atommülllager Asse dargestellt. Einerseits finde ich es gut, weil der Leser so eine bessere Vorstellung von den Räumen bekommt. Andererseits überzeugen mich die verzerrten Bilder und die fixen Standpunkte nicht. Besser finde ich in der Hinsicht beispielsweise Google Street View. Dort bekommt der User ein gewisses Gefühl der Freiheit, in dem er seinen Standpunkt selbst festlegen kann.

Glastonbury 2010 (Orange)

Ein komplett anderer Ansatz von einem Panorama-Foto findet sich bei Glastonbury 2010. Man sieht die Besucher der Veranstaltung auf einem großen Bild. Internet-Nutzer, die sich selbst darauf erkennen, können dann ihr Facebook-Profil zuordnen. Eine interessante Kombination aus Social Media und Fotografie.